Ausleitende Verfahren

Unter dem Begriff ab- und ausleitende Verfahren wird eine Vielzahl verschiedenster Anwendungen zusammengefasst, die alle zum Ziel haben, den Körper zu entgiften.

Beispiele sind Baunscheidtieren, Schröpfen, Aderlass, Blutegel wie auch Sauna, Hautbürsten, Wickel und Packungen. Solche Ab- und Ausleitungsverfahren gehen auf eine lange Tradition zurück. Die Ägypter, Chinesen, Griechen, Inder und Römer, alle alten Kulturen, machten sich bereits ähnliche medizinische Verfahren zunutze.

Die Kombination der alten Erfahrungen der „Säftelehre“ mit neuen Er-kenntnissen über die Regelkreise im Körper führt heute zu vielfältigen Mög-lichkeiten der Entgiftung. Sie alle sollen gestörte und somit krankhafte Funktionen des Körpers in Ordnung bringen, den Organismus von schmerz- und entzündungserregenden Stoffen befreien.

Quelle:www.paramed.ch


 

Baunscheidt-Verfahren /
Schröpfen und Schröpfmassage


Baunscheidt-Verfahren:

Das Baunscheidt-Verfahren wurde im Jahre 1848 durch den Ingenieur Carl Baunscheidt erfunden. Von Gicht und rheumatischen Schmerzen der rechten Hand geplagt, sass dieser an einem Sommerabend in seinem Garten, während eine Mückenplage seine kranke Hand zerstach. Die Pusteln auf der Hand am nächsten Morgen waren nicht verwunderlich, aber das Verschwinden der rheumatischen Schmerzen. Die Erfindung bestand nun darin, diese Mückenstiche nachzuahmen: ein Nadelgerät, später als Lebenswecker bezeichnet, und ein Hautreizöl, das die Quaddeln auf der Haut erzeugt. Das Verfahren wurde an vielen Kranken erprobt, von der damaligen Bonner Medizinischen Fakultät empfohlen, und ging als Heilverfahren durch die ganze Welt. Insbesondere in der Seefahrt der damaligen Zeit gehörte der Lebenswecker und das Baunscheidt-Öl zur medizinischen Ausstattung vieler Schiffe. Um 1900 praktizierten in Deutschland noch über 300 Ärzte ausschliesslich das Baunscheidt-Verfahren. Mit der Entwicklung der chemischen Pharmazeutika wurde dieses geniale Verfahren Ende des 20. Jahrhunderts fast nur noch von Heilpraktikern angewendet.

Das Baunscheidt-Verfahren ist für mich eines der effizientesten Ausleitverfahren und erfreut durch seine schnelle Wirkung. Es entlastet das ganze Lymphsystem, wird eingesetzt, um zum Beispiel Allergien zu heilen oder Gelenksbeschwerden (Arthrose, Gicht, Entzündungen), Neuralgien, Tinnitus, Bronchitis, Otitis media und reflektorisch spezifische Organe zu behandeln.



Schröpfen und Schröpfmassage:

Grundsätzlich wird zwischen blutigem und unblutigem Schröpfen unterschieden. Die Schröpfköpfe werden mit Unterdruck auf die zu behandelnden Stellen aufgesetzt. Der Körper wird entgiftet, das Lymphsystem angeregt und die Funktionsfähigkeit der Organe verbessert.

Bei der Schröpfmassage verwende ich eine stark durchblutungsfördernde Schröpfsalbe, die den Stoffwechsel zusätzlich anregt. Das Schröpfglas wird über den ganzen Rücken oder das zu behandelnde Areal gezogen. So entfaltet sich eine systemische Ausleitung, verklebtes Gewebe wird gelöst, die Muskulatur wird entspannt.

Oft entstehen Schmerzen durch verklebtes Bindegewebe und Stoffwechselablagerungen. Beides wird mit der Schröpfmassage mobilisiert und wirkt stark schmerzlindernd. Ein bis zwei Tage nach der Massage kann es zu Muskelkater kommen.

Indikationen: Muskelschmerzen, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, organische Leiden, Allergien, Hauterkrankungen, Stärkung des Immunsystems usw.

Quelle: www.Paramed.ch